Nachrichten

Tag der Pflegenden 2018

Pflege

Tag der Pflegenden 2018

Arbeitsüberlastung und Tarifflucht in Kliniken und Pflegeeinrichtungen führen zu Pflegnotstand!

„Nur eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen kann dem Pflegenotstand entgegen wirken“, sagt Georg Schulze-Ziehaus, Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei ver.di Hessen zum diesjährigen Tag der Pflege am 12.Mai. Immer noch ist es nach ver.di Angaben in der Mehrzahl der hessischen Kliniken und Pflegeeinrichtungen die Regel, dass eine Pflegekraft nachts alleine für eine Station oder Wohneinheit zuständig ist – ein wesentlicher Grund für Überlastung von Pflegekräften und Gefährdung von Patienten oder Bewohnern.

Nach Berechnung des Pflegemonitors für Hessen besteht alleine in der Altenpflege ein zusätzlicher Bedarf von rund 10.000 zusätzlichen Fachkräften bis zum Jahre 2030. Allerdings führen nach Auffassung der Gewerkschaft ver.di schlechte Arbeitsbedingungen in der Pflege bei vielen Pflegekräften zu einem vollkommenen oder teilweisen Ausstieg aus dem Beruf. „Gute Arbeits- und auch Ausbildungsbedingungen“, so Schulze-Ziehaus weiter, seien daher „zur Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs viel wichtiger als Anwerbeprogramme für Pflegekräfte im Ausland.“

ver.di sieht in der Pflege auch die Landespolitik in der Verantwortung: „Solange die vom Land zu finanzierenden notwendigen Investitionskosten von Kliniken auch in Hessen nur zu durchschnittlich rund 50 Prozent getragen werden, bleibt in den Kliniken der Druck, Pflegepersonal einzusparen, weiter hoch“, so Schulze-Ziehaus. In den hessischen Altenpflegeeinrichtungen bestehe, so Schulze-Ziehaus weiter, mehrheitlich keine Tarifbindung – nach den kürzlich veröffentlichten Zahlen des hessischen Lohnatlas liegt der Durchschnittsverdienst einer Beschäftigten in der hessischen Altenpflege bei 2432 Euro und damit um 864 Euro unter dem durchschnittlichen Monatsverdienst einer Beschäftigten in einem Krankenhaus.

Schulze-Ziehaus fordert die Landesregierung auf, in der Pflege zu handeln. Personalschlüssel in der Altenpflege und ausreichende Klinikinvestitionen seien unerledigte, aber drängende Aufgaben der Landespolitik. Dass die Landesregierung in diesen Punkten nichts unternehme, dagegen jetzt aber noch kurzfristig mit großem Aufwand eine Befragung aller hessischen Pflegekräfte über die mögliche Einrichtung Landespflegekammer starte, sei eine „für die betroffenen Pflegekräfte am Ende möglicher Weise teure Symbolpolitik ohne Wirkung“. Die Gewerkschaft ver.di werde daher, so Schulze-Ziehaus weiter, von den Parteien in der hessischen Landtagswahl Lösungskonzepte für die konkreten Probleme der Pflege in Hessen fordern.